Journal Hämatologie

Aktuelles

Forschende um Prof. Dr. Salih vom Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung am DKFZ-Partnerstandort Tübingen haben mit Förderung der Wilhelm Sander-Stiftung ein Immunzytokin entwickelt. Das modifizierte Immunzytokin (MIC-Molekül) aktiviert gezielt Immunzellen gegen Leukämiezellen und kann die schwerwiegenden Nebenwirkungen vermeiden, die bisher verfügbare Immunzytokine auslösen. In Labor- und Tiermodellen zeigten die MIC-Moleküle eine starke und vor allem gezielte Immunaktivierung gegen die Leukämie – ein vielversprechender Schritt in Richtung klinische Anwendung.
Lesen Sie mehr 
Vision Zero ist ein präventionsorientiertes Konzept mit dem Ziel, vermeidbaren Schaden zu eliminieren. Ursprünglich im Straßen- und Arbeitsschutz angewandt, überträgt die Vision Zero Oncology dieses Grundprinzip auf die Krebsmedizin: Ziel ist die Minimierung vermeidbarer Krebserkrankungen und -todesfälle sowie verspäteter Diagnosen durch systematische, gerechte und evidenzbasierte Maßnahmen. Auf dem Neujahrsempfang der Vision Zero e.V., der am 22. Januar 2026 im Deutschen Museum in München stattfand, diskutierten Expert:innen darüber, was die Onkologie heute und in der Zukunft wirklich braucht.
Lesen Sie mehr 
Junge Erwachsene, die eine Krebserkrankung überleben (young adult cancer survivors, YACS), können mit vielfältigen physischen, psychischen und sozialen Langzeitfolgen konfrontiert werden. Da spezifische Leitlinien zur Langzeitnachsorge für YACS oft fehlen, werden meist Empfehlungen aus der Kinderonkologie übernommen. Zu den häufigsten somatischen Spätfolgen zählen Sekundärneoplasien, endokrine Störungen, kardiovaskuläre, renale und Knochen­erkrankungen sowie Fertilitätsstörungen. Nur durch eine strukturierte, individuell angepasste, interdisziplinäre und lebenslange Nachsorge können Langzeitfolgen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Besondere Bedeutung kommt der Beratung zu Lebensstil, Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen zu. In Deutschland existieren bereits einige spezialisierte Nachsorgeangebote. Der weitere Ausbau zu einer flächendeckenden Versorgung ist nicht nur für YACS essenziell, sondern langfristig ressourcen- und kostensparend.
Lesen Sie mehr 
Medizin
Ferroptose eröffnet neue Therapieperspektiven bei resistenter chronischer Leukämie

Ferroptose eröffnet neue Therapieperspektiven bei resistenter chronischer Leukämie

Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Universitätsmedizin Magdeburg hat eine bislang wenig beachtete Schwachstelle im Stoffwechsel von Zellen der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) identifiziert. CLL ist die häufigste Form von Blutkrebs im Erwachsenenalter. Die Ergebnisse, veröffentlicht im Fachjournal Signal Transduction and Targeted Therapy, könnten künftig dazu beitragen, neue Behandlungsstrategien für Patient:innen zu entwickeln, bei denen bisherige Therapien nicht mehr ausreichend wirken. Die Studie wurde unter der Leitung der Universitätsklinik für Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie Magdeburg durchgeführt und entstand in enger Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnergruppen aus Zürich, Rotterdam, Düsseldorf, Regensburg, Erlangen und Heidelberg.
Lesen Sie mehr 
Medizin
Neue Therapieansätze bei T-Zell-Leukämie im Kindesalte

Neue Therapieansätze bei T-Zell-Leukämie im Kindesalter

Kinder und Jugendliche mit T-Zell akuter lymphoblastischer Leukämie (T-ALL) sollen künftig wirksamer behandelt werden können. In einer internationalen Studie wird untersucht, ob ein zusätzliches Medikament die Leukämiezellen empfindlicher für Chemotherapie machen und so deren Wirkung verstärken kann. Durchgeführt wird die Studie unter Leitung von Prof. Dr. Gunnar Cario an der Klinik für Kinderonkologie und -rheumatologie des UKSH, Campus Kiel.
Lesen Sie mehr 
Sichelzellkrankheit

Gentherapie bei Sichelzellkrankheit: Ein Wendepunkt?

Die Sichelzellkrankheit stellt die Pädiatrie und Hämatologie vor komplexe Herausforderungen, durch schmerzhafte Krisen, akute Notfälle und langfristige Organschäden der Betroffenen. Eine neu zugelassene CRISPR‑Cas-basierte Gentherapie könnte die Versorgung grundlegend verändern, doch sie verlangt präzise Indikationsstellung, interdisziplinäre Expertise und sorgfältiges Langzeitmonitoring. Weitere konservative Therapiemöglichkeiten als Armamentarium zu haben, wäre daher wünschenswert, betonte PD Dr. Lena Oevermann im Podcast O-Ton Onkologie.
Lesen Sie mehr 
Medizin

Hämophilie A-Therapie: Fokus verschiebt sich auf Gelenkgesundheit und körperliche Aktivität

Auf der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) 2025 wurden neue Daten präsentiert, die den Fokus in der Behandlung von Hämophilie A verschieben. Weg von der reinen Blutungsrate hin zu funktionellen Endpunkten wie Gelenkgesundheit und physische Belastbarkeit [1]. Zudem bietet der vielversprechende Wirkstoff-Kandidat NXT007 einen spannenden Ausblick auf die nächste Generation therapeutischer Innovationen in der Therapie der Hämophilie A [2, 3].
Lesen Sie mehr 
Medizin

CHIP-Mutationen erhöhen Herzrisiko bei älteren Patient:innen

Mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich blutbildende Stammzellen verändern und ungewollte Zellklone produzieren. Man spricht dann von klonaler Hämatopoese mit unbestimmtem Potenzial (CHIP). Einige dieser mutierten Blutzellen stehen im Verdacht, Entzündungsprozesse zu befeuern. Sie können Herz-Kreislauf-Erkrankungen neu auslösen und bereits bestehende kardiovaskuläre Probleme verschärfen. Wissenschaftler:innen des Uniklinikums Freiburg und der Charité Berlin wollen den genauen Mechanismus bei diesen sogenannten CHIP-Mutationen entschlüsseln, die besonders häufig bei Patient:innen mit Vorhofflimmern vorkommen.
Lesen Sie mehr 
Im Spotlight
VEXAS-auslösende UBA1-Mutationen: Kanonische und nicht-kanonische Varianten im Vergleich

VEXAS-auslösende UBA1-Mutationen: Kanonische und nicht-kanonische Varianten im Vergleich

Die schwere inflammatorische und hämatologische Erkrankung VEXAS wird von Mutationen in UBA1 hervorgerufen. Neben der häufigsten kanonischen Form M41 gibt es jedoch weitere. In einer Screeningstudie des Münchner Leukämielabors fielen jetzt rund ein Drittel der entdeckten Varianten in die Kategorie nicht-kanonisch [1]. Funktionell resultierten zwar sämtliche untersuchte UBA1-Mutationen in einem Rückgang der globalen Polyubiquitinierung – jedoch war bei den kanonischen nur die rein zytoplasmatische Isoform UBA1b betroffen, bei nicht-kanonischen sowohl die Proteinfunktion im Zellkern als auch im Zytoplasma beeinträchtigt. Klinisch traten die M41-Mutationen meist als Myelodysplastische Syndrome (MDS) in Erscheinung, in der Regel ohne Co-Mutationen neben UBA1. Patient:innen mit nicht-kanonischen Varianten trugen häufiger Co-Mutationen, und das Erkrankungsspektrum umfasste mehr maligne Diagnosen.
Lesen Sie mehr 
ASH 2025
B-ALL: Modifiziertes Behandlungsschema unabhängig vom MRD-Status verbessert Gesamtüberleben
ASH 2025

B-ALL: Modifiziertes Behandlungsschema unabhängig vom MRD-Status verbessert Gesamtüberleben

Erhielten Patient:innen mit B-Vorläufer-akuter lymphoblastischer Leukämie (B-ALL) unabhängig vom Status der minimalen Resterkrankung (MRD) in der Erstlinie ein modifiziertes Behandlungsschema mit dem bispezifischen Antikörper Blinatumomab (Blina), verbesserte sich die Gesamtüberlebenszeit (OS) in dieser Kohorte. Zudem waren die Ergebnisse bei jüngeren Patient:innen verbessert, die eine strukturierte Behandlung im klinischen Setting erhielten.
Lesen Sie mehr 
MDS

Negative Phase-III-Daten zu Venetoclax beim MDS – wie geht es damit jetzt weiter?

Die Phase-III-Studie VERONA verfehlte ihre Hauptziele. Was bedeutet das für zusätzliches Venetoclax beim myelodysplastischen Syndrom (MDS)? Das Aus zwar nicht, aber man sollte sich auf eine echte Hochrisikopopulation konzentrieren, urteilte ein deutscher Experte. Und in der Schnelligkeit des Ansprechens sieht er sogar eine echte Chance für eine spezielle Subgruppe. Für Imetelstat wurden auf dem ASH außerdem prädiktive Marker präsentiert, die wohl in wenigen Zyklen anzeigen, wer ansprechen wird und wer nicht.
Lesen Sie mehr 
Medizin
Neue Leukämie-Therapie mit Lymphotoxin Alpha entwickelt

Neue AML-Therapie mit Lymphotoxin Alpha entwickelt

Als Behandlung der akuten myeloischen Leukämie (AML) wird meist eine intensive Chemotherapie durchgeführt, um das Blutbild zu normalisieren und die erkrankten Zellen aus dem Knochenmark zu entfernen. Dies ist jedoch wegen der Nebenwirkungen nicht für geschwächte Patient:innen geeignet. Eine zielgerichtetere Therapie könnte dafür sorgen, Prognosen für Patient:innen zu verbessern und Nebenwirkungen einzudämmen. In ihrer aktuellen Publikation in Science Translational Medicine stellen Sayantanee Dutta, Philipp Jost, Michael Dengler und ihr Team einen innovativen und vielversprechenden Therapieansatz vor, der eine präzise und selektive Behandlung der AML in der Zukunft ermöglichen könnte.
Lesen Sie mehr 
Medizin
Frühkindliche Leukämie: Fetale Programme werden reaktiviert

Frühkindliche Leukämie: Fetale Programme werden reaktiviert

Forschende am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben neue Erkenntnisse gewonnen, wie eine bestimmte frühkindliche Leukämie entsteht: Leukämiezellen können insbesondere bei aggressiven Formen bestimmte Programme aus der fetalen Entwicklung erneut aktivieren. Die Ergebnisse eröffnen neue Angriffspunkte für Diagnostik und Therapie.
Lesen Sie mehr