Journal Hämatologie
Heftarchiv

Editorial

Entitätsübergreifend

Erste Ausgabe von JOURNAL HÄMATOLOGIE

In der ersten Ausgabe von JOURNAL HÄMATOLOGIE finden Sie u.a. ein Interview zur chronischen lymphatischen Leukämie, für die eine neue Onkopedia-Leitlinie zur Verfügung steht. Des Weiteren können Sie mit 2 Beiträgen jeweils 2 CME-Punkte erwerben – zum einen mit einem Artikel zu systemischer Mastozytose und zum anderen mit einer Fortbildung zum Stellenwert von körperlicher Bewegung als effektive Supportivtherapie für Betroffene mit hämtologischen Neoplasien. Darüber hinaus gibt es interessante Artikel zur Therapie des nodulären Lymphozyten-prädominanten Hodgkin-Lymphoms, zum primär mediastinalen B-Zell-Lymphom und zum Mantelzell-Lymphom. Und schließlich finden Sie noch einige ausgewählte Highlights-Berichte zum diesjährigen EHA-Kongress.
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Fortbildung

Hodgkin-Lymphom

Therapie des NLPHL: Ein aktueller Überblick

Das noduläre Lymphozyten-prädominante Hodgkin-Lymphom (NLPHL) macht etwa 5% aller Hodgkin-Lymphome (HL) aus. In den letzten Jahren wurde das NLPHL zunehmend mit Ansätzen des B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphoms (B-NHL) behandelt, obwohl mehr Daten zu HL-orientierten Behandlungsstrategien vorliegen. Aufgrund des häufig indolenten klinischen Verlaufs des NLPHL benötigen die meisten Patient:innen im Rezidiv keine hoch-dosierte Chemotherapie und autologe Stammzelltransplantation (autoSCT), sondern können mit niedrig-dosierten Ansätzen wie einer einmaligen Anti-CD20-Antikörpertherapie ausreichend behandelt werden. Die Entwicklung neuer Prognose-Scores für NLPHL-Patient:innen könnte die Einteilung in Risikogruppen und die Therapiezuweisung bei neu-diagnostizierter und rezidivierter Erkrankung optimieren. Diese Thematik ist Bestandteil eines aktuellen Reviews, den wir Ihnen im Folgenden vorstellen.
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weitere hämatologische Erkrankungen

Die AL-Amyloidose: Eine seltene Krankheit, für die es Leitlinien und Zentren gibt

Amyloidosen sind seltene Proteinfaltungserkrankungen, bei denen sich Proteine als unlösliche fibrilläre Aggregate ablagern. Entscheidend ist eine frühzeitige Diagnose, da die Organfunktionen weniger geschädigt sind, mehr Therapiemöglichkeiten bestehen und die Überlebensprognose sich verbessert. Im Interview mit JOURNAL ONKOLOGIE erläutert Prof. Dr. Ute Hegenbart, Heidelberg, warum es so wichtig ist, dass die Betroffenen möglichst vor Therapiebeginn in einem Amyloidose-Zentrum vorgestellt werden sollten.
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Entitätsübergreifend
CME

Körperliche Aktivität als wirksame Supportivtherapie bei malignen hämatologischen Neoplasien

In Deutschland erkranken jährlich ca. 40.000 Menschen, darunter 1.000 Kinder unter 18 Jahren an einer malignen hämatologischen Neoplasie. Durch Fortschritte in Diagnostik und Therapie nimmt die altersstandardisierte Sterblichkeit seit den 1990er Jahren ab und die Lebensqualität rückt zunehmend in den Fokus der Versorgung. Eine hohe Symp­tomlast, häufig verbunden mit einer Reduktion der physischen, kognitiven und psychosozialen Leistungsfähigkeit, hat enorme Auswirkungen auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Betroffenen. Gezielte körperliche Aktivität bietet in allen Phasen der Erkrankung einen wirksamen nicht-pharmakologischen Ansatz, um krankheits- und therapieassoziierte Symptome und Nebenwirkungen zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.
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News | EHA

Transfusionsmedizin

Refraktäre/resistente CMV-Reaktivierung nach allo-SCT: Überlegene Wirksamkeit von Maribavir unabhängig von genotypischen Baseline-Resistenzen

Die virostatische Substanz Maribavir ist zugelassen zur Therapie einer Cytomegalievirus (CMV)-Infektion, CMV-Reaktivierungen und/oder -Erkrankung, die refraktär und/oder resistent gegenüber mindestens einer vorausgegangenen Therapie mit Ganciclovir, Valganciclovir, Cidofovir oder Foscarnet bei Patient:innen nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation oder Transplantation solider Organe sind. Subgruppenanalysen der Zulassungsstudie SOLSTICE hatten gezeigt, dass mehr Erkrankte mit Baseline-genotypischen Resistenzen gegenüber konventionellen Virostatika (IAT) unter Maribavir den primären Studienendpunkt erreichten als unter IAT; ähnliches galt für Erkrankte ohne diese Resistenzen. Nun zeigt eine aktuelle, bei der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) 2023 vorgestellte Analyse, dass die im Studienumfeld im Zentrallabor durchgeführte Resistenzanalyse auch auf Basis der Krankenakten aus den beteiligten Zentren durchgeführt werden kann (1).
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Sichelzellkrankheit

Geneditierungs-Therapie mit Exagamglogene autotemcel bei Beta-Thalassämie und Sichelzellkrankheit

Exagamglogene autotemcel (Exa-cel) ist eine in der Erprobung befindliche, autologe, ex-vivo CRISPR/Cas9 Geneditierungs-Therapie, die für Betroffene mit transfusionsabhängiger Beta-Thalassämie (TDT) oder schwerer Sichelzellerkrankung (SCD) evaluiert wird. Bei dem Verfahren werden patienteneigene hämatopoetische Stamm- und Vorläuferzellen geneditiert, um höhere Spiegel an fetalem Hämoglobin zu bilden. Interimsdaten der Zulassungsstudien CLIMB THAL-111 zur TDT und CLIMB SCD-121 zur SCD von der Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) 2023 kamen zu bemerkenswerten Ergebnissen: Durch Exa-cel konnte für nahezu alle Erkrankten mit TDT und schwerer SCD Transfusionsunhängigkeit bzw. die Abwesenheit vasookklusiver Krisen über jeweils ein Jahr erreicht werden (1). Da sich eine erfolgreiche und dauerhafte Editierung der langlebigen Stammzellen im Knochenmark und peripheren Blut andeutet, sprach Prof. Franco Locatelli, Rom, Italien, beim EHA sogar von „funktioneller Heilung“ der TDT und SCD (1).
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PNH

PNH: Phase-III-Studie COMMODORE 2 untermauert das günstige Nutzen-Risiko-Profil von Crovalimab

Nachdem Eculizumab als erstes zugelassenes Medikament gegen die paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (PNH) lange der Blockbuster war, konnte nun in der COMMODORE 2-Studie für den C5-Komplement-Inhibitor (C5i) Crovalimab dessen Nicht-Unterlegenheit im Vergleich zu Eculizumab gezeigt werden. Diese Studie wurde während des EHA (European Hematology Association) 2023 in Frankfurt vorgestellt und diskutiert.
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MPN

Präfibrotische primäre Myelofibrose: Ropeginterferon alfa-2b verbessert Blutwerte und hat Wirkung auf Genveränderungen

Bei den meisten Patient:innen mit primärer Myelofibrose (PMF) im frühen/prä-fibrotischen Stadium (Prä-PMF) mit einem dynamischen internationalen prognostischen Scoring-System (DIPSS) von niedrigem oder intermediärem Risiko entwickelt sich im Laufe der Zeit ein höheres Risiko oder eine offene PMF. Es gibt derzeit keinen Konsens über die optimale Behandlung für die Betroffenen. Dass Ropeginterferon alfa-2b (P1101), ein monopegyliertes Interferon der nächsten Generation hier gut wirkt, zeigte eine Studie, die während des ASH 2022 und EHA 2023 vorgestellt wurde.
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Pharmabericht

DLBCL

DLBCL: Sicherheit und Wirksamkeit nach Erstlinientherapie bestätigt: Risikoreduktion für primäre Refraktärität – Antikörper-Wirkstoff-Konjugat optimiert Erstlinien-Ansprechen

Bei Patient:innen mit nicht vorbehandeltem diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) verlängert eine Therapie mit Polatuzumab Vedotin (Pola-R-CHP*) das progressionsfreie Überleben (PFS) gegenüber R-CHOP** signifikant und klinisch relevant. Neue Analysen aus der Zulassungsstudie POLARIX weisen einerseits auf ein reduziertes Risiko für primäre Refraktärität hin (1) und bestätigen andererseits den Vorteil, der sich in der Gesamtpopulation der Studie zeigte (2) – auch für spezielle Subgruppen (3). Pola-R-CHP wird in den Leitlinien für Erkrankte mit erhöhtem Risiko (IPI 2-5) als eine präferierte Option zur Erstlinientherapie des DLBCL empfohlen (4, 5).
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DLBCL

Therapie des DLBCL mit Blick in die aktuelle S3-Leitlinie: „Wir erleben gerade einen Paradigmenwechsel weg von der Chemotherapie hin zu der Immuntherapie“

Prof. Dr. Peter Borchmann ist Oberarzt an der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln, Leiter des Schwerpunkts Non-Hodgkin-Lymphome mit Fokus auf die Entwicklung immuntherapeutischer Verfahren für die klinische Anwendung bei Chemotherapie-refraktären Erkrankungen sowie aktives Mitglied nationaler (DGHO) und internationaler (EHA, ASH) Fachverbände. Er ist an den S3-Leitlinien für das Hodgkin-Lymphom und das diffus großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) und verwandter Entitäten beteiligt. Im Interview beantwortet er Fragen zur Therapie des DLBCL mit Blick in die aktuelle S3-Leitlinie.
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Non-Hodgkin-Lymphom

MF und SS: Bedeutung der Bluttumorlast für die Therapie­optimierung

Mit etwa 800 Neudiagnosen pro Jahr in Deutschland ist das kutane T-Zell-Lymphom (CTCL) eine seltene extranodale Non-Hodgkin-Lymphom-Erkrankung (1). Mit jeweilig 60% und 5% sind die Mycosis fungoides (MF) und das Sézary-Syndrom (SS) die häufigsten CTCL-Subtypen (2, 3). Die Bestimmung der Anzahl maligner T-Zellen im Blut ist von hoher Bedeutung für Diagnose, Prognose und Therapieansprechen (4). Zur Behandlung empfiehlt die S2k-Leitlinie „Kutane Lymphome“ in der Zweitlinie den monoklonalen Anti-C-C-Chemokinrezeptor Typ 4 (CCR4)-Antikörper Mogamulizumab für SS und MF ab Stadium IB (1, 5). Mogamulizumab zeigte ein lang-anhaltendes Ansprechen in den Kompartimenten Haut und Blut (6).
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Titelthema

MPN
CME

Diagnose und Therapie der systemischen Mastozytose

Die systemische Mastozytose (SM) zählt zu den myeloischen Neoplasien und ist durch eine abnorme Akkumulation von neoplastischen Mastzellen in verschiedenen Geweben charakterisiert. Man unterscheidet die deutlich häufigere ­indolente SM (ISM) mit nahezu normaler Überlebenszeit von der fortgeschrittenen SM (advanced SM, AdvSM) mit deutlich reduzierter Lebenserwartung zwischen 1,5 und 4 Jahren. Bei > 90% der Patient:innen kann die KIT D816V-Mutation nachgewiesen werden. Die Serumtryptase ist bei der ISM sehr häufig, bei der AdvSM praktisch immer erhöht. Die AdvSM ist in 70-80% der Fälle mit einer weiteren hämatologischen Neoplasie vornehmlich myeloischer Abstammung (> 95%) assoziiert, die ihren Ursprung in einer multilineären Beteiligung der KIT D816V-Mutation hat. Diagnose und Therapie der SM sollten aufgrund der Heterogenität und Komplexität der Erkrankung möglichst in Kooperation mit Schwerpunktzentren erfolgen. Die Therapie der indolenten Verlaufsformen ist in der Regel symptomatischer Natur, z.B. mit Antihistaminika, für die AdvSM stehen zielgerichtete Therapien, z.B. mit Midostaurin oder Avapritinib, im Vordergrund.
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Mantelzelllymphom

Aktuelles zum Mantelzell-Lymphom: Die Erstlinientherapie ist in Bewegung

Die therapeutische Landschaft entwickelt sich beim Mantelzell-Lymphom (MCL) schnell. Trotzdem bleibt die Therapie eine Herausforderung. Während bis vor kurzem aktuelle Firstline-Ansätze immer noch auf Chemotherapie und autologer Stammzelltransplantation (autoSCT) basierten, ist der BTK-Inhibitor Ibrutinib aufgrund der Daten der TRIANGLE-Studie nun in die erste Therapielinie aufgestiegen – ein Schwerpunkt dieser Übersicht liegt auf der Erörterung dieser Daten (1).
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Non-Hodgkin-Lymphom

Primär mediastinales B-Zell-Lymphom – auf der Suche nach neuen Biomarkern

Das primär mediastinale B-Zell-Lymphom (PMBL, PMBCL) ist als eigenständige Entität der Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) definiert. Eine partielle Ähnlichkeit der malignen Zellen mit Reed-Sternberg-Zellen des klassischen Hodgkin-Lymphoms (HL) erschwert die Diagnostik, in der nicht-/minimal-invasive Verfahren wie circulating tumor DNA (ctDNA) als neue Biomarker in den Blick geraten. Wie bei anderen B-Zell-Lymphomen bieten Checkpoint-Inhibitoren und CAR-T-Zell-Therapien vielversprechende Therapieoptionen für die Zweit- und Drittlinie.
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